Die Erfahrung, von einem fremden Kontinent in den nächsten zu wechseln, werden wohl nicht so viele Menschen in ihrem Leben machen – unser Sabbatical mit unserer langen Reisezeit gibt uns die Chance dazu.

Wir sind heute in Brasilien angekommen in Salvador da Bahia – nach vier Monaten voller bunter Erfahrungen, spannender Projekte und liebenswerter Menschen in Ost- und Westafrika.

Und hier in Brasilien müssen wir uns erst mal wieder ganz neu eingewöhnen:
Heute Morgen beim Aufwachen wurden wir schon mit dem ersten tropischen Regen begrüßt. Für uns war das der erste Regen in diesem Jahr! Nach heißer, meist extrem trockener und staubiger Luft aus der Sahara in Westafrika ist die Luft hier im Südwesten des Atlantiks sehr feucht. So stelle ich mir tropisches Klima vor. 

Und es gibt auch wieder ganz neue Insekten. Zu den Mücken, die in Afrika v.a. in der Dämmerung da waren, kommen jetzt auch tagsüber viele kleine (Tsetse?)Fliegen. Aber auch tolle neue Sounds von Vögeln, die wir bisher noch nie gehört haben. Uuund hier liegt eigentlich fast durchgehend Samba-Sound in der Luft – schnelle Trommeln und Gesang von weit weg. Das macht die Atmosphäre fast klischeehaft authentisch. (Dazu ist kommende Woche auch noch Karneval, der hier normalerweise sehr sehr ausgelassen gefeiert wird.)

Das Frühstück in unserer Pension war das Beste seit langem: mit ganz viel auf den Punkt reifem Obst. Aber wir müssen uns erst mal an die Corona-Maßnahmen vor Ort gewöhnen: Plastikhandschuhe, wenn man sich etwas vom Büffet nehmen möchte, und immer Maske tragen außerhalb des Zimmers. Das sind wir nicht mehr gewohnt – in Ost- wie auch Westafrika war ja von der Existenz von Corona nichts mehr wirklich zu spüren. Es gab höchstens noch ein paar seltene Orte, wo man (eher pro forma) eine Maske aufsetzen musste (in der Apotheke und in Gottesdiensten). „You don’t need a mask . We don’t have Corona here”, haben wir in Afrika auch nicht nur einmal zu hören bekommen;-) Bei der afrikanischen Leichtigkeit des Seins und des „Lebens im Moment“ war Corona für uns in den letzten Monaten sehr weit weg. Die Krankheit gab es nur in Europa, wenn wir Nachrichten aus der Heimat gelesen haben.

In Afrika wurde viel gewarnt, z.B. nachts nicht mehr das Haus zu verlassen und durch die Straßen zu gehen. Wir haben uns da aber mit der Zeit immer sicherer gefühlt und hatten keine brenzlige Lage oder schlechte Erfahrung. Man entwickelt ein Gefühl, wo man sich ohne Bedenken gut bewegen kann und wo man nachts besser nicht hin muss. Die Menschen, die uns begegnet sind, waren immer offen und interessiert. 

Vor der Sicherheitslage in Brasilien wurden wir schon im Vorfeld öfters gewarnt, was die Anspannung durchaus etwas erhöht. Auch unser Taxifahrer vom Airport hat uns (mit Hilfe vom Google-Übersetzer;-) gleich darauf hingewiesen, dass wir unsere „Mobiles“ außerhalb des Auto und des Hotels unbedingt versteckt lassen sollen. Bisher waren die Handys das Reise-Werkzeug schlechthin: Navigation, Kommunikation, Dolmetscher, Informationsquelle, Zahlungsmittel … . Mal sehen, wie wir das hier hinbekommen. 

Bisher haben wir am Flughafen oder im Hotel noch niemand getroffen, der Englisch sprechen konnte – und wir sprechen ja kein Portugiesisch (außer bisher: „Olà“ und „Obrigado“;-).

Und was für mich auch sehr erstaunlich ist, ist, wie sehr ich mich erst an die „anderen Gesichter“ gewöhnen muss. In Afrika hatten wir zum Teil wochenlang kein weißes Gesicht mehr gesehen und wenn ein „Weißer“ irgendwo aufgetaucht ist, ist uns das sofort aufgefallen. Hier in Salvador sind wieder die meisten Menschen weiß, aber an den Gesichtern kann man eindeutig erkennen, dass wir nicht in Europa sondern in Südamerika sind.

Gleich wird uns Bianca abholen und wir werden eine erste Orientierungsrunde durch die Stadt drehen, Geld und Sim-Karten besorgen und uns einen ersten Eindruck der Sprache und Sicherheitslage machen. Morgen geht es dann gemeinsam mit dem öffentlichen Bus zu ihrem Projekt „Faszenda Sauva“. Wir freuen uns schon sehr.

Brasilien – angekommen in der „Neuen Welt“

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Ein Gedanke zu „Brasilien – angekommen in der „Neuen Welt“

  1. … nach dem 2. Caipi versteht man die Brasilianer besser ;0) Wie immer Super spannende Reiseeindrücke …

    ….lasst es Euch weiterhin gut gehen, das sind schon super Länder, die ihr da bereist ! …. bin schon gespannt was das nächste Ziel sein wird

    Gruss Stöff

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