Nach 5 Monaten auf Reisen besuchten uns unsere drei Lieben in Afrika. Für sie war es die erste Begegnung mit dem afrikanischen Kontinent und wir wussten, dass es gut wäre es erst einmal langsam anzugehen. Daher buchten wir für die ersten beiden Nächte ein klassisches Hotel mit Klimaanlage und Pool am Meer. Dass die Fahrt vom Flughafen dorthin aber schon ein Abenteuer wird, hätten wir uns nach unseren Erfahrungen eigentlich denken können. „Pineapple“, unser Taxifahrer, fuhr nämlich wegen Stau auf der Hauptstraße recht rasant durch eine abenteuerliche, dunkle Nebenstraße, die eben zeigte, wie es in Afrika so ist. Also wir dann noch Geld wechseln wollten und er uns statt zu einer Wechselstube zu einem Kumpel am Straßenrand fuhr, wo wir dann für unsere Zeit mit den Kindern ziemlich viel Geld tauschten (wir mussten über 600 Geldscheine nachzählen), erklärte uns David innerlich vermutlich für völlig verrückt und somit war die Komfortzone unserer Drei verlassen. 

Auf dem Weg zu unserer nächsten Station hatten wir dann eine Reifenpanne. Was wir da erlebten, gibt es bei „Autopanne in Gambia“ zu lesen. Schon ein bisschen „akklimatisiert“ nahmen alle das Ereignis sehr sportlich und es wurde viel gelacht. Smiling Coast von Afrika!

In der Gunjur Lodge fühlten wir uns super wohl. Die Anbindung an die Familie dort, das leckere Essen, Afrika mit einem Touch von Europa, die Projekte, das morgendliche Joggen mit Jenny, das unglaublich nette Personal und die verschiedenen Projekte, die wir in einem sehr geschützten Rahmen kennenlernen und mit Videos auch unterstützen durften, waren einfach großartig. Am Abend wurde gespielt, getrommelt, Livemusik zugehört oder sich einfach einmal wieder in Ruhe unterhalten. David und Jonas ließen sich bei einem Schneider Hemden maßschneidern und wir kamen den Menschen vor Ort einfach sehr nahe. Genau das ist es, was unser Sabbatical so besonders und bereichernd macht und das wollten wir auch unseren Kindern zeigen.

Unglaublich aber wahr – bei der Fahrt ins Hinterland zu einem zweitägigen Abstecher hatten wir wieder eine Panne. Diesmal war es – beim gleichen Auto! – die Kupplung, die nicht mal schnell repariert werden konnte. Was nun? Neues Taxi – keine Chance! Wir waren hier in der „totalen Pampa“. Also wurde der nächstbeste Laster angehalten. Anna und ich im Fahrerhaus und unsere Männer mit Gepäck schwangen sich auf die Laderampe. Wir hatten richtig Glück und sie fuhren uns bis zur Lodge. Das Geld, das wir den ersten Fahrer schon vorab zahlen mussten, war vertankt und so zahlten wir den Trip doppelt. Ärgerlich, aber wir waren einfach nur froh, dass es wieder so glimpflich ausgegangen ist. 

Die Lodge hatte ein superschönes Restaurant am Fluss. Vogelbeobachtung, Angeln und Ruhe! Die Zimmer erfüllten diesen ersten Eindruck leider nicht. Das Wasser lief, wenn es überhaupt eines gab, unter dem Waschbecken wieder raus, die Toilettenspülung funktionierte nur manchmal und leider hatte ich am nächsten Morgen auch einige Bisse von Bettwanzen. Aber – „this is Africa“, wenn man sich nicht nur in besseren Hotels bewegt. 

Umso glücklicher waren wir dann in unserer letzten Unterkunft, mit tollen Zimmern, einem großen Pool und der Gelassenheit damit umzugehen, wenn man ständig auf der Straße angesprochen wird, um ein Taxi oder eine Tour vermittelt zu bekommen. Der Ruf „Happy Family“ zauberte, wenn wir ausgeruht und nicht hungrig waren, meistens nur ein Lächeln in unsere Gesichter. 

Wir trafen uns mit Nicole, die gemeinsam mit Freunden hier eine Schule unterstützt und gerade eine Crowdfunding Aktion für die Dächer der Schule hatten. Die Kinder der Schule führten mit Begeisterung und Lebensfreude Tänze aus ihrer Kultur auf und spielten für uns ein beeindruckendes Theaterstück. Wir waren wirklich ergriffen! Aus den ganzen Filmsequenzen schnitten dann Ian, ein Sound- und Videoproduzent und Freund von Nicole, gemeinsam mit David und Jonas einen kurzen Trailer, um die Crowdfunding Aktion zu unterstützen.  Gemeinsam mit Tobias gab es auch noch eine Session, wo unsere Jungs endlich mal wieder zusammen in die Tasten und die Saiten griffen und da Ian auch ein Schlagzeug in seinem Wohnzimmer hatte, war die Band perfekt. Was für ein cooler, letzter Tag!

Wir hatten eine wunderbare, erlebnisreiche Zeit, geprägt von Abenteuern, African Life, Unterstützung für verschiedene Projekte und die Möglichkeit mal wieder als Familie zusammen und unterwegs zu sein. Danke an Anna, Jonas und David, dass sie sich auf alles eingelassen haben und uns so ein Stück in unserem Sabbatical begleitet haben.

Familytime – 2 Wochen mit Anna, Jonas und David in Gambia

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Ein Gedanke zu „Familytime – 2 Wochen mit Anna, Jonas und David in Gambia

  1. So ein Glück und wunderschöne Stunden, die ihr miteinander als Familie und mit afrikanischen Freunden und Gastgebern verbringen durftet. Das ist etwas zum lange daran erinnern und festhalten und genießen. Toll. Ganz liebe Grüße 😊

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