Nachdem es mit unserem Trommelkurs in Ghana nichts wurde, wir aber dennoch afrikanisches Trommeln erleben wollten, machten wir uns auf die Suche nach einem Trommelkurs in Gambia. Tobias hatte mal wieder Erfolg und entdeckte die „Gunjur Lodge“, die uns für unsere Zeit in Gambia fast heimatlich wurde.

Eine englische Familie, Joe, Butch, Jenny und Brendon, bauten vor 16 Jahren dieses Projekt hier in Gunjur auf. Neben einer äußerst gemütlichen Lodge, in der wir 10 Tage verbrachten und die die Haupteinnahmequelle darstellt, bauten sie ein weitreichendes soziales Projekt hier auf, um Kinder, Jugendliche und auch Frauen hier vor Ort zu unterstützen. Es entstanden mehrere Kindergarten- und Schulpatenschaften, mit Jugendlichen entstand ein Youth Health Center, in dem Jugendliche in verschiedenen medizinischen Angelegenheiten, wie Blutdruck oder Blutzucker Messungen geschult werden.
Durch die African Oyster Trust Organisation werden konkrete Projekte unterstützt und finanziell gefördert. Doch Geld allein hilft nur begrenzt, denn die Menschen vor Ort brauchen Wissen, damit sie langfristig Veränderungen herbeirufen können. Die Analphabetenquote ist in ländlichen Gebieten immer noch bei 50 %. Viele Kinder gehen nicht zur Schule, weil die Eltern einfach nicht für Schulkleidung, Bücher und Essen aufkommen können. Das Gunjur Projekt unterstützt hier massiv. Während unserer Zeit lernten wir Marokki kennen, die jeden Nachmittag im Community Hub des Projekts Lese- und Schreibunterricht für Frauen gibt. Nahezu 50 Frauen kommen hierher, um zu lernen. Ansonsten arbeiten sie in ihrem Womans Garden, der auch von dem Projekt unterstützt wird. Nachdem die Frauen in mancher Saison deutlich mehr Gemüse haben, als das sie selbst essen oder verkaufen können, hat das Gunjur Projekt nun auch noch eine Küche für die Gemeinschaft gebaut, in der die Frauen mit dem Kochen von Marmelade, Chutney oder Saucen vertraut gemacht werden, so dass das Gemüse konserviert werden kann und sie es dann weiter verkaufen können und so wieder neue Verdienstmöglichkeiten haben. Auch ein kleiner Computerraum für Kurse wird gerade ins Leben gerufen und eine Bücherei. Das ist hier etwas besonderes, denn Bücher gibt es eigentlich nur in der Schule. Unser Reiseführer sagt, dass es in ganz Gambia gerade mal einen Buchladen gibt. David und Anna haben für die Bücherei des Projekts ein Video gedreht: „How to use a book!“, das sich alle, die das erste Mal ein Buch ausleihen, anschauen sollen, um mit der Handhabung vertraut zu werden. 

„How to use a library“ von Anna und David

Der zweite Baustein dieser Lodge ist es, dass Jugendliche und Volontäre aus Europa kommen und hier zum einen die sozialen Projekte unterstützen, aber vor allem mit dem Leben in einem anderen Kontinent vertraut zu werden und so den persönlichen Horizont zu erweitern. Durch Corona lag die letzten beiden Jahre natürlich alles brach, aber auch hier haben die Besitzer Möglichkeiten gefunden ihr Personal weiter zu bezahlen, um diese finanziell sehr schwierige Situation gemeinsam zu meistern. Das ist hier in Afrika alles andere als üblich.

Wir genossen hier eine unglaubliche Gastfreundschaft und wunderbare Gespräche. David und Anna gingen morgens mit Jenny zum Joggen. Butch, der früher in England Percussionkurse in Schulen und Jugendzentren hielt, machte uns mit dem Spielen der Djembe vertraut. Joe managte für uns den Besuch eines Kindergartens, so dass wir auch in die pädagogische Welt eintauchen durften. Täglich gab es nette Gespräche und wir fühlten uns wirklich sehr wohl. Nebenbei besuchten wir mit Omar, einem Angestellten, das Fishervillage mit seinen Räucherhäusern oder einem Ranger hier ein Reservat, in dem wir sogar freilebende Krokodile beobachteten. Wir fuhren auf den Markt in Brikama, ließen Hemden schneidern, machte eine Bootsfahrt auf dem Grenzfluss zum Senegal oder auch einen Kochkurs. Das Leben in der Gunjurlodge war wunderbar!

Hier findet ihr das Projekt im Internet: www.thegunjurprojectgambia.net

Gunjur Project – soziales Projekt und Lodge zugleich

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