Noch ist es nicht wirklich fassbar, dass wir jetzt 9 Monate unterwegs sein werden.

Diese Erfahrung haben wir – wie wohl die meisten Menschen – noch nicht gemacht:
– 9 Monate keine (bezahlte) Arbeit,
– keine Termine im Kalender (zumindest fast;-),
– jeden Tag entscheiden können (und müssen), wo wir schlafen werden, was wir essen möchten, was wir unternehmen und
– einfach Zeit zu haben, in das Leben vor Ort intensiver einzutauchen, Menschen auf Augenhöhe (nicht als Tourist und Dienstleister) zu begegnen und Entschleunigung zu erleben.

So ist jedenfalls meine Vorstellung von den kommenden Monaten. Die letzten 8 Wochen seit Schulende waren jedenfalls stressiger:

Es hat wirklich lange gedauert und uns (auch emotionale) Energie gekostet, unser Haus für unsere Zwischenmieter auf- und zum Teil ausräumen (so übersichtlich und ordentlich war es in den über 20 Jahren als Familie noch nie;-).

Auch das Abschied nehmen von Freunden, Kolleg*innen und Familie braucht Zeit und Energie. Obwohl es ja eigentlich eine recht überschaubare Zeit ist – nicht länger, als wir manche durch die Kontaktbeschränkungen nicht sehen konnten.
„Ihr seid ja immer noch da“. Ja, von manchen Menschen haben wir uns bis zu drei Mal verabschiedet. Aber verabschieden ist auch eine sehr persönliche Form des Kontakts:-)

Und natürlich haben wir auch mehrere „Packdurchläufe“ hinter uns. Wir haben zwischenzeitlich unser Konzept geändert und (statt zwei großen Trekkingrucksäcken, wie wir es auf Reisen gewohnt waren) auf zwei kleine optimierte Handgepäck-Rücksäche umgestellt plus einem „Duffel“, einer recht großen festen Reisetasche, die man auch auf den Rücken schnallen kann und die wir im Flieger als Aufgabegepäck einchecken.
Bei den ersten zwei Packdurchläufen sah es erstmal so aus, als hätten wir mehr als genug Platz, so dass ich z.B. noch einen Windows-Laptop mitnehmen wollte, den wir auf der Reise auch verschenken hätten können etc. Als wir am vorletzten Tag dann aber endgültig gepackt hatten (mit Schuhen, Waschzeug, Medikamenten …) ist es doch so knapp geworden, dass wir noch ein paar liebe Sachen zuhause lassen mussten. (Paradoxon am Rande: Ich habe jetzt mehr Schuhe dabei als Anja;-)

Wir hatten uns über die Wochen vor der Abreise einen Plan gemacht, was wann zu tun wäre. Diese Auflistung und sinnvolle zeitliche Verteilung aller Todos hat super geklappt. Aber gegen Ende ist es dann doch noch recht eng geworden und wir mussten richtig jonglieren mit den Zeitfenstern für Zimmer leer räumen, Packen, Planen, Freude verabschieden, Müll weg fahren, letzte Sachen beschaffen …

Und die Hausübergabe war auch noch eine Herausforderung für sich. Es ist doch emotional etwas ganz anderes, ein Haus nach dem kompletten Auszug an den Vermieter zu übergeben, als die eigenen vier Wände (mit alle unseren Möbeln, Geschirr und vielen persönlichen Dingen) an ein zwar sehr nettes, aber dennoch unbekanntes Paar zu übergeben. Wir haben volles Vertrauen in die beiden Langzeitreiseerfahrenen, aber komisch ist die Vorstellung doch, dass zwei neue Menschen in unserem Bett schlafen und auf unserem Sofa sitzen … 😉

Die letzte Nacht durften wir bei Petra und Flo verbringen, sehr guten Freunden, bevor es mit ein paar Steinen auf dem Weg ins Sabbatical los ging. (Aber davon ein andermal mehr;-)

Jetzt sind wir erstmal in Malta in „Lee’s House“ angekommen, in einem typischen Stadthaus in Sliema und genießen – mit viel Zeit – das Ankommen.

Jetzt ist es soweit – wir sind in Malta in unser Sabbatical gestartet

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2 Gedanken zu „Jetzt ist es soweit – wir sind in Malta in unser Sabbatical gestartet

  1. Jetzt ist es für Euch wahr geworden und der erste Reiseschritt ist gemacht. Fantastisch, lebt wohl, gutes Ein- und wieder Auftauchen.
    Ich freue mich auf Deine gute, liebe Vertretung, Anja, aber Dein Lachen fehlt. Es wurde stiller im 3. Stock 🙂
    Alles Gute

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