Bereits bei den Sosolyas in Uganda durfte ich die Erfahrung machen, wie es ist in einem fremden Land mit völlig anderer Kochkultur zu kochen oder beim Kochen mitzuhelfen. Als ich vor Ort die Küche inspizierte, fiel mir auf, dass die Töpfe alle keine Henkel hatten und die Küchenausstattung aus einem Holzkochlöffel, einem Schneebesen und einigen nicht schneidenden Messern bestand. Ok! Dann mal ans Werk! Die Sosolyas zeigten mir, dass man in Afrika mit dieser Ausstattung durchaus zurecht kommen kann. Gemüse wird grundsätzlich in der Hand geschnitten, also wozu soll ein Schneidbrett nötig sein. Kochbananen werden auf den Boden geschält und danach wird gekehrt. Aha! Und Essen gibt es eben dann, wenn es fertig ist und nicht zu einer bestimmten Uhrzeit. Ok, also keine „German Time“ 😉. Ich dachte, dass die jugendlichen Mädels da einfach nicht mehr Erfahrung hatten. Mal wieder falsch gedacht!

Als wir in Tansania ankamen und bei der Familie von Christian lebten, machte ich eine ganz ähnliche Erfahrung. Hier wurde nicht einmal der Gas/Elektroherd genutzt (den die Familie durchaus auch hat), weil es eben auf dem Feuer schneller und besser geht.
Hier hieß es also dann wieder Kohle anschmeißen, sich auf die Stufen vor der Küche setzen und alles in der Hand schnippeln. Immerhin gab es hier zwei wirklich gut schneidende Messer. 

Und Hühnchen werden natürlich erst mal gefangen und gerupft, bevor sie in der Küche landen.

Mutig schlug ich vor für den fünften Geburtstag von Daniel Plätzchen zu backen. Habe ich ja schon wirklich oft gemacht und sollte somit keine große Herausforderung werden.
Also – was Einfaches! Butterplätzchen! Jede und jeder, die/der ein bisschen Ahnung hat, weiß, dass man dazu kalte Butter braucht. Kein Problem, denn es gab ja einen Kühlschrank. Dass dieser zwischen 13 und 20 Grad war, konnte ich nicht so voraussehen.
Als ich dann nach einem Messbecher fragte, wurde mit dem Kopf geschüttelt. Ok, also dann! Mixen – frei Schnauze! Als ich mit dem Teig zufrieden war, musste er im Kühlschrank, dann eine Stunde kalt werden.
War natürlich ein Flop, da der Kühlschrank nicht kalt war. Die nächste Challenge war dann den Backofen anzubekommen. Auch die Herrin des Hauses stand ein bisschen ratlos davor. Anscheinend wird er wirklich so gut wie nie genutzt. Nachdem wir das Aufheizen dann geschafft haben, legte ich los. Es ging alles recht mittelmäßig und ich war nur so bedingt mit dem Ergebnis zufrieden.
Mittendrin gab dann der Ofen auf. Was ich nämlich nicht wusste – es gab eine Zeitschaltuhr am Herd, die man anstellen musste, damit er heizt. Also wieder zur Chefin des Hauses …. Puh! Nach 3 Stunden war ich dann endlich mit 3 Teller Plätzchen fertig.
Kommentar der Hausmama: „They look eatable!“ 😂
Was für ein Lob! 

Die Kinder haben sie trotzdem gerne gegessen. Da bin ich doch von zu Hause – mit einer voll ausgestatteten Küche und einem super Herd – ein bisschen verwöhnt ;-)!

„Kochen in Afrika“ – This is Afrika 3

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Ein Gedanke zu „„Kochen in Afrika“ – This is Afrika 3

  1. Na, für die Hindernisse sehen die Plätzchen aber prima aus❣️

    Und ja, wenn man in Afrika nicht „hochtouristisch“ unterwegs ist, lernt man jeden Tag „was alles geht“😘.

    Wünsche euch weiter tolle Erlebnisse❣️

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