Ende Januar bereiteten wir uns auf unseren nächsten Länderwechsel vor. Nach einigen Recherchen haben wir heraus bekommen, dass es einen Bus von Dakar nach Banjul, der Hauptstadt von Gambia gibt. Es soll ein „Luxury Bus“ sein – mal sehen, was das in Afrika heißt.
Nur – wo fährt der Bus ab??? Glücklicherweise haben wir bei Facebook das Busunternehmen gefunden, das auf meine Frage nach Abfahrt und Ticket nur schrieb: Parcelles 17, Ticket there! Ok! Wir waren froh, eine Info bekommen zu haben und nun wussten wir den Stadtteil, und dass der Bus früh um 7.00 Uhr startet. So machten wir uns um 6.00 auf den Weg, ergatterten ein Taxi – mitten in der Nacht – und ließen uns zu Parcelles assainies fahren. Der Taxifahrer hatte keine Idee, wo der Bus abfahren könnte und auch fragen nutzte nur begrenzt etwas. Plötzlich entdeckte ich auf einem Gelände einige Busse und voilà – wir hatten Glück und unser Gefährt gefunden. 

Glücklich und erleichtert stiegen wir ein und fanden auch unsere Plätze. Es war tatsächlich ein gepolsterter Bus und auch die Klimatisierung schien zu funktionieren. Als wir jedoch starten wollten, tat sich erst mal gar nichts außer einem undefinierbarem Gegurgel. Au weia! 😳 In Afrika jedoch kein Problem! Das Werkzeug war schon bereit und nach ein paar Handgriffen sprang unser Bus an. Auf den ersten Metern merkten wir, dass es beim Wechseln in den zweiten Gang gar nicht gut klang und auch der Bus ganz schön stotterte. Aber was tun? Wir saßen drin und konnten nur hoffen, dass alles gut ging. Und es ging gut! 

Die Landschaft wurde, je weiter wir in den Süden Senegals kamen, immer grüner und es tat gut, die eher trockene und sehr staubige Luft des nördlichen Senegals zu verlassen.

Nach 6 Stunden kamen wir an die Grenze nach Gambia. Nachdem wir unseren Stempel zur Ausreise vom Senegal bekommen hatten, ging es zu Fuß an das nächste Häuschen zur Einreise nach Gambia. Sofort stürmten Unmengen von Kindern, die Geld erbetteln wollten, und Frauen auf uns zu die ihre Waren feilboten.
Wir stellten uns also an und nachdem der Grenzbeamte mit mir ein lustiges Schwätzchen – endlich wieder auf Englisch – gehalten hat, schickte er uns in ein Haus. Wow – was war das? Nachdem ich einige Polizisten hinter einem Tresen entdeckte, sah ich mit großen Augen eine an drei Seiten vergitterte Zelle, auf deren Boden ein Mann lag – eine Arrestzelle, wo der Gefangene zur Abschreckung zur Schau gestellt wurde. Da musste ich doch erst einmal Schlucken, denn dahin wollte ich auf keinen Fall. (An der Grenze haben wir natürlich lieber auch keine Fotos gemacht;-)

Doch wir wurden in ein Hinterzimmer gelotst, indem anscheinend der Chef saß. Er trug unsere Passdaten – wie immer absolut ohne Eile –  in sein großes Arrivalbuch ein, stempelte unsere Pässe und jetzt hieß es – Hello Gambia! Here we are!
Ein Arrivalbuch, in das handschriftlich alle Grenzübergänge von Ausländern festgehalten wurden. Da kommt doch die Frage auf – ist das überhaupt echt oder warum wird in Flughäfen normalerweise so ein massiver digitaler Aufwand getrieben? Wundern darf man sich da schon. Wir jedoch waren gerade nur froh dieses Gebäude wieder ohne größeren Zwischenaufenthalt zu verlassen.

Nach einer weiteren Stunde erreichten wir die Fähre. Der ganze Bus fuhr an einer langen Schlange wartender Autos vorbei auf die Fähre, die damit auch fast voll war und setzte über den Gambia River nach Banjul, wo wir nach 10 Stunden dann endlich unser Ziel erreichten. What a day!

Hello Gambia

Mit dem Bus nach Gambia – Reisen wie die Einheimischen

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Ein Gedanke zu „Mit dem Bus nach Gambia – Reisen wie die Einheimischen

  1. Liebe Anja, lieber Tobias,
    das hört sich ja abenteuerlich an. Zu Gambia habe ich so gar keine Vorstellung und ich freue mich sehr auf Fotos und Geschichten von euch. Liebe Grüße aus der verregneten Rhön. Christine

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