Gerade befinden wir uns im Westen von Uganda am Rwenzori Gebirge.
George, der auch bei den Sosolyas aufwuchs, lebt hier – in seiner Heimatregion – das Leben der Soslya Undugu Familiy weiter. Wir wussten, dass George gehbehindert ist. Den Mann, den wir hier antrafen, werden wir nicht vergessen. Mitten in Bwera stand plötzlich ein Mann mit 2 Krücken auf der Straße und winkte uns freudig zu. Wow – was für eine Ausstrahlung! Sein Gesicht war die pure Freude. Er zeigte uns anschließend sein Office, wo wir traditioneller Musik und Tanz beiwohnen durften. Phantastisch! Auch er kümmert sich um Kinder und deren Bildung, stärkt ihre Persönlichkeit und ihr Weiterkommen, so wie er es bei den Sosolyas erleben durfte. Obwohl er IT studiert hat, gibt er all seine Kraft und Energie, damit Ugandas Kinder eine Perspektive haben. Doch das war nur Teil 1 von George!

Am nächsten Tag ging es zu einer Baumpflanzaktion in den Bergen des Rwenzori. Es hieß 20 -30 min laufen. Jeder, der schon etwas von Zeit in Afrika gelesen oder gehört hat, kann sich denken, dass das eventuell nicht ganz mit unserer Zeitvorstellung zusammen passt. Nach ca. 1 Stunde steilem Aufstieg, kamen wir an der Pflanzstelle an. Unterwegs machten wir kurz an einer Schule halt – natürlich wegen Lockdown geschlossen –, die George für behinderte Kinder gegründet hat. Die einzige Schule weit und breit, für Kinder mit „besonderen Bedürfnissen“. Ich dachte, dass er sie gegründet hat und dass dann alles so seiner Wege geht. Ich lag wieder einmal falsch! Als wir am Pflanzgelände ankamen, stand da George mit seinen Krücken! Ich konnte es nicht fassen! Ich war völlig außer Atem und er bewegte sich in steilem Gelände flink wie ein Wiesel. Was für ein Mann! 

An diesem Tag fand nicht nur die Baumpflanzaktion statt, wo 500 Bäume gegen Erosion und für den Klimaschutz gepflanzt wurden, sondern wir hatten eine Anfrage des ZDF Frühstücksfernsehen für ein Interview über unser Sabbatical, das von hier oben stattfinden sollte. Unglaublich! Wir sitzen auf einem Berg im Rwenzori Gebirge, inmitten von Natur pur und haben großartigen Empfang für unser Interview mit Dagmar Noll!

Dieser Tag hatte allerdings noch mehr Überraschungen parat. Als wir am Abend abstiegen, wurden wir von Soldaten aufgehalten. Dieses Fleckchen Erde ist nur ein paar Hundert Meter von der Grenze zur Demokratischen Republik Kongo entfernt und daher ganz gut bewacht. Wir durften also nicht passieren, da wir für diesen Weg nicht angemeldet waren. Wir waren umringt von Soldaten mit Gewehren und warteten bis Mark – unser Held – die Sache mit dem Vorgesetzten der Soldaten klärte. Aber ihr wisst ja! This ist Afrika  – und das dauert!!! Nach ca. 2 Stunden durften wir dann endlich im Stockdunklen weiter. Bis zu unserem Auto waren es sicher noch 45 min. 

Puh! Was für eine Aufregung! Aber der Tag war noch nicht zu Ende! Am Tourbus erleichtert angekommen, fuhren wir Richtung Hotel. Die „Straße“ – wir würde es nicht als solche bezeichnen – wurde immer schlechter und rutschiger, da es geregnet hatte und plötzlich war da ein Riss in der Straße. Wir stiegen alle aus und Grace  – unser großartiger Fahrer – versuchte geschickt unseren Bus zu steuern – ABER – es war einfach zu rutschig und der Bus kam ins Rutschen und lag komplett mit der Seite in dem Riss! Gott sei Dank, kletterte Grace aus dem Bus und ihm war nichts passiert. Bis zu unserem Hotel waren es ca. 10 km und wir machten uns innerlich schon für alles bereit. Doch nicht in Afrika! Es hieß – alle anpacken! Wir schieben den Bus da jetzt raus! NIE IM LEBEN!!!!! Doch schon wieder gefehlt. Nach mehreren Anläufen und dem Freihacken eines Reifens gelang es wirklich den Bus wieder auf die Straße zu bringen. THIS IS AFRICA! In Deutschland hätten wir vermutlich nicht einmal den Versuch dazu gestartet. Aber im „out of nowhere“, wo es weder Taxi noch Abschleppwagen gibt, ist einfach alles möglich. 

Da in Uganda ab 21.00 Uhr Ausgangssperre herrscht, die an der Grenze hier auch wirklich kontrolliert wurde, kamen wir natürlich noch in mehrere Kontrollen, deren Polizisten natürlich auch ihre Macht demonstrieren wollten und eindringlich wetterten. Doch das sahen wir nur noch als sportliche Aktion.

Mit unseren „Sosolya Adventure Tours“ ging ein wirklich aufregender Tag zu Ende und glücklich und gesund setzten wir uns im Hotel lachend zum Abendessen zusammen.

„Nicht ist unmöglich!“ – This ist Afrika 2

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Ein Gedanke zu „„Nicht ist unmöglich!“ – This ist Afrika 2

  1. Wow ich ziehe meinen Hut und verneigen mich vor euch Helden 😳 was ein Abenteuertag 💪💪🏾 ihr zwei seid einfach der Wahnsinn✌🏿✌️ shine on 💙💚💛

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