Es gibt hier im Senegal ein paar Dinge, die mir immer wieder aufgefallen sind und die mich nachdenklich gemacht haben. Die möchte ich gerne mit euch teilen.

Wahlwerbung auf Senegalesisch

So eine „Erregung öffentlichen Ärgernisses“ habe ich mir gedacht, als ich das erste Mal so ein Auto über und über beladen mit Lautsprechern, mit Generator und unglaublich lauter Musik habe durch die Straßen fahren sehen (bzw. schon von weitem durch die Straßen fahren hören;-). Und dann sind diese Autos immer öfter aufgetaucht.

Heute waren hier Regionalwahlen. Und im Senegal wird kaum Werbung mit Plakaten gemacht – ein guter Teil der Bevölkerung sind ja auch Analphabeten – sondern mit großen Lautsprechern, die auf Autos montiert werden. Dort werden dann nicht nur emotionale Reden von den zur Wahl stehenden Kandidaten live vom Auto aus auf die Bevölkerung verstreut, sondern Griots (traditionelle afrikanische Musiker) haben Lieder auf die Qualitäten ihres Kandidaten kreiert, die mit übervoller Lautstärke abgespielt werden.
Im Endeffekt bekommt man so als Tourist eine Menge kostenloser Musik mit, auch wenn man erst mal wissen muss, was der Hintergrund dieser Lautsprecheraktionen ist.

Was passiert mit dem PlastikmĂĽll?

Was mir beim Fotografieren weiter sehr aufgefallen ist, ist der PlastikmĂĽll. Er ist ĂĽberall zu finden – auf der StraĂźe, in der Landschaft.
Und daran haben wir als „Industrienationen“ leider eine groĂźe Mitschuld: Die europäischen Konzerne verdienen sehr gutes Geld damit, ihre „Kostbarkeiten“ (Sunkist, Chips, Kekse …) wie bei uns in teuren Einweg-Plastikverpackungen zu verkaufen. Weiter bekommt man bei jedem Einkauf an der Kasse alles in PlastiktĂĽten gepackt. Und zuverlässig sauberes Trinkwasser bekommt man leider auch fast nur in den ĂĽblichen Plastikflaschen.
Das Problem: Unters Volk gebracht wird das Plastik schon lange fleiĂźig. Und damit wird gutes Geld verdient, das zu groĂźen Teilen nicht im Land bleibt. FĂĽr eine nachhaltige Entsorgung aber gibt es noch keine wirklich funktionierenden Konzepte. Aber mĂĽssten da die Hersteller, die daran sehr gut verdienen, nicht auch Mitverantwortung ĂĽbernehmen?!
Der Abfall wird manchmal einfach ĂĽber die Mauer des eigenen Hauses geschmissen oder auf die StraĂźe und der Wind sorgt dann dafĂĽr, dass das Plastik wegkommt. Das hat logischer Weise zur Folge, dass man ĂĽberall Plastik findet in der Natur. So extrem habe ich das in keinem anderen afrikanischen Land wahrgenommen.

Und was machen wir in Deutschland? Wir haben (durch den „grĂĽnen Punkt“) mehr Geld, unseren PlastikmĂĽll zu sammeln und aus unserer Sichtweite zu bringen: Ăśber eine Million Tonnen (= 1.000.000.000 kg – das muss man mal ausgeschrieben lesen!) KunststoffmĂĽll hat Deutschland 2020 exportiert – mehr als jedes andere Land in der EU (Quelle BR) nach China, Malaysia, Indonesien … und was dort mit dem Abfällen dann wirklich passiert, dazu gibt es schockierende Dokus.

Der Verkehr

Auch hier im Senegal bin ich immer wieder mal tief ĂĽberrascht, welche Szenen mir hier auf der StraĂźe begegnen. Verkehrsregeln haben hier eine ganz eigene Interpretation. Und so unterschiedlich reich, wie die Menschen hier sind, so unterschiedlich sind ihre Möglichkeiten sich fort zu bewegen. So ergibt sich eine bunte Mischung aus (aus unserer Sicht) total ĂĽberfĂĽllten Bussen, Eselskarren, riesigen Pickups …

Leider schaffe ich es bei den meisten nicht schnell genug mein Handy zu zĂĽcken, aber ein paar Fotos möchte ich euch zeigen. 

Gaudi im Senegal

Zum Schluss noch etwas wirklich Ästhetisches: In Fischerdorf Toubab Diallao an der Atlantikküste steht ein Hotel, wo gut und gerne Antoni Gaudi hätte mitgebaut haben können. Es heißt Sodo Bade und ist über und über kreativ gestaltet mit runden Formen, einzigartigen Materialien und kreativen Lösungen. Es ist ein Werk des Künstlers Gérard Chennet. Wenn man da so durch läuft, entdeckt man an jeder Ecke eine neue tolle Idee;-) Sehr einmalig!!!

„OK 🤔?!“ – Fotos zum Grübeln

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2 Gedanken zu „„OK 🤔?!“ – Fotos zum GrĂĽbeln

  1. Es ist mit dem Müll wie mit Impfungen und 1001 Dingen mehr: So lange wir auf Kosten dieser Länder leben, wird es auch kein Ende der globalen Probleme geben.

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