„Queen of Katwe“ ist nicht einfach nur eine Filmbiografie, die die Geschichte von Phiona Mutesi aus Uganda erzählt, die in kürzester Zeit zur Profi-Schachspielerin wurde. Wir möchten euch den Film aus mindestens drei Gründen als sehenswert ans Herz legen:

  1. Der Film ist von Disney produziert und es ist sehr selten, dass solch aufwendige Produktionen in einem afrikanischen Land gedreht werden.
  2. Der Film spielt in Uganda in dem Slum Katwe. Für uns als „Muzungos“ (weiße Menschen) ist es sehr schwierig einen Slum und das Leben dort kennenzulernen. Auch das „Center“, wo Mark vor dreißig Jahren mit der „Sosolya Undugu Dance Academy“ begonnen hat, liegt mitten in einem Slum und – soweit ich das beurteilen kann – gibt der Film einen relativ authentischen Einblick in die einfachen Lebensverhältnisse eines Slums.
  3. Unglaublich: ein guter Teil der Schauspieler wurde aus den Reihen der Sosolyas ausgewählt: Ronald, Martin, Edgar … und sogar die Hauptdarsteller Madina und wir haben mit ihnen gemeinsam unsere Zeit verbracht.
    Junge Menschen ganz ohne irgendwelche Starallüren, von denen wir erst im Laufe der Zeit nebenher erfahren haben, dass sie mal bei einem Film mitgemacht haben. Madina lebt allerdings, weil sie inzwischen natürlich erwachsen ist, nicht mehr bei den Sosolyas und so hatten wir leider keine Chance sie kennenzulernen.

Und die noch unglaublichere Geschichte dahinter ist, wie es dazu kam:
Die Disney-Crew hatte wohl schon seit einem dreiviertel Jahr in Kampala die Schauspieler gecastet. Auch die Sosolyas hatten sich beworben. Allerdings wurden sie aufgrund ihrer schlechten Englischkenntisse nicht genommen. Kurz vor Ende des Castingsprozesses wurden noch Tänzer für ein paar kurze Szenen gesucht. Daher sind sie wieder auf die Sosolyas gestoßen. Da ihre tänzerischen Fähigkeiten das Casting-Team so überzeugt haben, und sie dadurch nochmal einen tieferen Eindruck in ihre Persönlichkeiten gewonnen haben, haben sie kurz vor Beginn der Dreharbeiten die komplette Besetzung noch mal auf den Kopf gestellt und die Sosolyas in einige der wichtigsten Rollen mit aufgenommen. Das Englisch haben sie spielend geschafft.

Und so ist die erstaunliche Geschichte hinter der Geschichte (aus der man eigentlich auch schon wieder einen echt guten Film drehen können 😉 die, dass Kinder durch Sosolya und das Engagement von Mark aus den Slums von Kampala durch ihr jahrelanges tänzerisches Training und die damit verbundene Persönlichkeitsentwickung zu kleinen Stars in einem Disneyfilm geworden sind.

Hier waren wir bei der Eröffnung von Edgars Fotoausstellung im „Center“,
in Kabalagala einem Slum von Kampala, wo Mark die Kinder aufgenommen und ihnen (nicht nur) das Tanzen beigebracht hat.

Mehr über die Sosolyas: hier

„Queen of Katwe“ – unser Filmtipp

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Ein Gedanke zu „„Queen of Katwe“ – unser Filmtipp

  1. Liebe Anja, lieber Tobias….. Genialer Film. Den kann man sich auch mehrma!s anschauen und mit euren Informationen wird er noch besser….. Ich sah ihn während meines Fluges von Doha nach Phuket. Der letzten Station meines Halbjahressabbaticals…. Eure Englischkenntnisse müssen ja mittlerweile brilliant sein. Gut, dass ihr diese in Gozo aufgefrischt habt und ich euch dort kennen lernen durfte.
    Ich bin sehr beeindruckt von euren Projekten. Als Lehrerin gefällt mir natürlich das gemeinsam aufgenommenen Lied „We are the world…“ besonders gut. Da kullern schon mal die Tränen bei mir. Wie muss es euch da gehen…. Großartig. Genießt die Zeit, genießt das Leben und wenn ihr zurück seid, ist hoffentlich das Leben hier halbwegs in Ordnung. Es gibt Zeiten im Leben, da ist es gut , woanders zu sein.
    Liebe Grüsse von Manuela aus Berlin

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