Reisen in Zeiten der Pandemie – unserer Erfahrung mit Ayurveda in Sri Lanka

Zum Hintergrund: Jetzt hat es uns beide doch tatsächlich erwischt und wir hatten im Februar Covid19. Zum großen Glück mit einem unkomplizierten Verlauf, aber niemand weiß ja, wenn der positive Befund kommt, wie die Krankheit verläuft und ob man nicht 10 Tage später schon auf der Intensivstation liegen wird. Wir haben es gut überstanden – das Ereignis, das uns fast ein Jahr lang geängstigt hat!

Ostern 2020 hatten wir eigentlich eine Ayurvedakur im Sri Lanka geplant. Die mussten wir wegen des Corona-Lockdowns leider damals ausfallen lassen. Wir hatten uns sehr darauf gefreut, weil wir aus Erfahrung wissen, wie gut uns die Kur tut und wie sie unsere Gesundheit wieder grundlegend „resetet“. 
Gegen Ende unserer verlängerten Quarantäne nach unserer Corona-Infektion, kam zufällig von unserem Reiseveranstalter die Nachricht, dass Ayurvedakuren in Sri Lanka jetzt wieder möglich sind. Wir waren erst sehr verwundert, haben uns dann intensiv mit den Sicherheitsvorkehrungen und den möglichen Risiken beschäftigt und haben dann – sehr spontan – die Reise gebucht. 

Und wie fühlt es sich jetzt an, in Zeiten von Corona zu reisen?
Das Sicherheitskonzept in Sri Lanka, für Menschen die auf die Insel einreisen möchten, macht für mich einen gut durchdachten Eindruck. Wie machen die Singalesen das? 
Gäste aus Deutschland dürfen natürlich erstmal nur mit negativem Covid-Test einreisen und werden dann innerhalb der ersten beiden Wochen noch drei Mal auf eigene Kosten getestet. Anstelle einer Quarantäne begeben sie Einreisende  dann in eine sogenannte „Bio-Bubble“, die von einer – noch recht überschaubaren – Zahl an aufwendig zertifizierten „Level 1 Hotels“ angeboten wird. Hier ist der Kontakt der Menschen, die sich um die Gäste kümmern, mit Einheimischen in der Umgebung unterbrochen. Die Angestellten bleiben wie die Gäste auf dem Gelände des Hotels und können sich dort frei bewegen.

Ankunft am Flughafen von Sri Lanka.
Die Driver holen ihre Gäste für die „isolierten Fahrten“ in Vollkörper-Schutzanzug ab.

Dass man bei der Ankunft – vor dem ersten Test nach dem Flug – erst einmal von Menschen in Ganzkörperschutz mit Gummistiefeln und Gesichtsmaske empfangen und desinfiziert wird, ist zwar sehr gewöhnungsbedürftig, aber effizient. Das Land hat einen sehr geringen Corona-7-Tage-Inzidenz-Wert – obwohl das Land wieder Gäste empfängt. Als wir ankamen lag er bei 11 und hat sich innerhalb von zwei Wochen auf 5,6 gesenkt – ein 20tel von dem Wert bei uns zuhause! (Ja und es wird auch nicht sehr viel weniger getestet als bei uns;-)

Was bedeutet das für die Menschen in Sri Lanka? Wenn man bedenkt, dass es für fast ein Jahr keinen Tourismus mehr gab und sich allein in unserem Hotel ca. 40 Angestellte um die überschaubare Anzahl von Ayurvedagäste kümmern, ist das ein riesiger Gewinn für die Menschen, die in Sri Lanka – ohne Arbeitslosenversicherung – von diesen Einnahmen abhängig sind. 

Das Thaulle-Ayurveda-Ressort am Yoda-See. In der „bio bubble“ isoliert von der Bevölkerung, aber ein wunderschöner Ort, um sich von Corona zu erholen.

Nach meinem Eindruck ist es eine total gelungene win-win-Situation, die Sri Lanka mit diesem Konzept geschaffen hat.

Durchaus fragwürdiger ist der leider notwendige Flug. Wir haben uns vorab mit den Sicherheitskonzepten der Airline auseinandergesetzt und ich fand das Konzept der Raumluftumwälzung von oben nach unten, der hocheffektiven Filterung und des Frischluftaustausches während des Fluges aus ausreichend sicher. Auch die Situation an den Flughäfen ist entspannter, da deutlich weniger Flugverkehr ist. Auch wird hier bei den Reisenden mehrfach die Temperatur gemessen. Und sicher ist es sinnvoll, sehr konsequent auf seine persönliche Hygiene zu achten. Sehr geärgert hat mich aber, dass uns beim Buchen zugesichert worden war, dass sie Flüge nur zu 2/3 belegt sein würden. Unser Flug war aber voll belegt und wenn man ein Flugzeug betreten hat, ist es quasi unmöglich sich um zu entscheiden. 

Der vierte und letzte PCR-Test, den wir zu absolvieren hatten. Diese Tests mussten wir, um das Visum zu bekommen, schon von Deutschland aus über das Hotel vorbestellen und bezahlen. Dadurch werden der einheimischen Bevölkerung keine Testkapazitäten gekappt.

Mein Fazit:
Reisen zu Zeiten der Pandemie ist möglich, wenn die Sicherheitskonzepte entsprechend gut durchdacht sind – wie im Fall von Sri Lanka. Es gibt gute Konzepte!
Die Einnahmen aus dem Tourismus sind für die Menschen vor Ort, die von den Auswirkungen der Pandemie existentiell betroffen sind, dringend notwendig. Und uns hat es einfach sehr sehr gut getan!

Uuund es hat uns Mut gemacht und gezeigt, dass das Leben außerhalb von Deutschland – relativ normal – weiter geht und lebenswert ist:-)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.