Von Ost- nach Westafrika, 9.000 km durch den „Dampfkessel der Tropen“ sind wir in den Senegal gereist. Hier sind wir zu Gast in unserer Partnerdiözese Thiès und haben die Chance im Gästehaus des Priesterhauses unter zu kommen.
Als ich vor gut drei Jahren – im Rahmen unserer Schulpartnerschaft – zum ersten Mal im Senegal war, hat mich v.a. die Lebendigkeit und Lebensfreude in den Gottesdiensten begeistert. Einen großen Anteil daran hatte der Gesang der Chöre im Senegal. Ich habe mir hier zur Aufgabe gemacht, diesen Gesang aufzunehmen und so hoffentlich etwas die Energie der jungen senegalesischen Kirche für Deutschland nachvollziehbar zu machen.

Aber erstmal haben wir hier Silvester gefeiert. Am Vormittag haben wir uns noch mit „Gabi Ketchup“ getroffen. Er hat bei meiner Fortbildung über „mathematische Bildung im Elementarbereich“ vor drei Jahren übersetzt. Und als ich am morgen nach ihm gefragt hatte, hat Abbè Pierre mal spontan bei ihm angerufen, 60 Minuten später war er da und jetzt haben wir einen Dolmetscher und lieben Bekannten, der uns Thiès zeigt. So einfach geht das im Senegal😉.
Und um 22:00 Uhr erst ging dann der gemeinsame Gottesdienst los. Fast die Hälfte der Menschen hat nicht mehr in die Kathedrale St. Anna gepasst und von vor der Kirche mit gefeiert. Der junge Chor der Kathedrale hat toll und vielfältig gesungen. Und kurz vor Mitternacht wurde dann ein Call-Response-Gesang immer wieder wiederholt bis um 24 Uhr die Glocken das neue Jahr eingeleitet haben und sich die Menschen in der Kirche sich herzlich ein neues Jahr gewünscht haben.
Hier kann man kurz reinhören, wie es Neujahr wurde:

Wir hatten nach dem Gottesdienst noch ein freudiges Treffen mit den deutschen Freiwilligen Anna und Carl und mit Martino und seinem Bruder Paul. Die Jugend ist dann noch zum Tanzen in die Stadt weiter gezogen.

Herzliche Neujahrsgrüße

Und am Neujahrstag haben wir die außergewöhnliche senegalesische Gastfreundschaft zu spüren bekommen. Abbè Pierre, der Leiter der katholischen Schulen in der Diözese Thies hat uns mitgenommen zu seiner Familie aufs Land.
Nachdem wir nach dem Gottesdienst noch mit dem Pfarrer im Pfarrhaus auf das neue Jahr angestoßen hatten, ging es zu Abbè Pierres Eltern. Dort waren neben seinen Eltern seine Großmutter (mit stolzen 92 Jahren!) und 7 der 10 Geschwister mit Enkeln versammelt. Nach und nach kamen auch Freunde aus der Nachbarschaft vorbei. Wir saßen draußen im Schatten und durften am vorzüglichen Festtagsessen teilnehmen – alle essen hier gemeinsam aus der gleichen großen Schale. Dass dieses köstliche Essen für 20 Leute über dem Feuer gekocht wird, ist für uns einfach unglaublich. Und natürlich ist das auch nur der Job der Frauen. Die Männer (und ausnahmsweise Anja 😉 sitzen bei 36 Grad im Schatten und helfen dabei fleißig das kühle Bier zu leeren😎.

Überraschenderweise haben wir dann auch noch die Bekanntschaft mit Natalie, der Frau eines Nachbarn gemacht, von der sich herausgestellt hat, dass sie in Forchheim beim BFZ gerade eine Ausbildung zur Pflegefachkraft macht und für Weihnachten nach hause in den Senegal geflogen ist. Unglaublich, wie klein die Welt doch ist! Und toll, dass wir so intelligente Kräfte (sie hat in Dakar Germanistik studiert) für unsere Unterstützung in Deutschland begeistern können.

Besonders beeindruckt war ich an diesem Nachmittag aber von Abbè Pieres Eltern, die aus einfachen Verhältnissen kommen und elf (!) Kindern eine so gute Schulausbildung ermöglicht haben, dass die Kinder jetzt hervorragende berufliche Positionen z.T. im Ausland haben.
Und wir hatten die Ehre dabei sein zu dürfen, als an Neujahr die Familie traditionell zusammen kam. Vielen herzlichen Dank dafür!

Silvester im Senegal – mit Gesang ins neue Jahr

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2 Gedanken zu „Silvester im Senegal – mit Gesang ins neue Jahr

  1. Wir wünschen euch auch noch einen gutes, gesundes, gesegnetes und friedvolles Jahr 2022 mit vielen schönen, spannenden und erlebnisreichen Tagen in eurem Sabbaticaljahr von der Insel Amrum.
    Das neue Jahr haben wir mit viel frischem Wind eingeläutet.
    Wir sind gespannt auf eure nächsten Projekte, Erfahrungen und Berichte.
    Macht’s lustig 🤗 Sabine und Günther

  2. Hier reduziert man aus Angst vor Omikron bereits wieder Kontakte und ihr singt in übervollen Kirchen.

    Irgendwie schwer zu verstehen, zumal bei euch ja anscheinend auch nicht reihenweise Leute erkranken.

    Euch beiden weiterhin eine so tolle erlebnisreiche Zeit!

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