Ich konnte hier ausgesprochen viele ganz großartige Menschen kennenlernen, die sich durch Sosolya zu unglaublich positiven Persönlichkeiten entwickelt haben. Und das ist wohl vor allem der Verdienst von Mark Mugwanya, der vor fast 30 Jahren angefangen hat, sich um Kinder aus den Slum von Kampala zu kümmern.

Der Verein Sosolya Undugu Familie e.V., der Marks Arbeit von Deutschland aus unterstützt, fasst die Idee von Sosolya folgendermaßen zusammen:
„Die Sosolya Undugu Dance Academy wurde von Leon Mark Mugwanya gegründet und unterstützt seit 1993 den Schulbesuch von Kindern aus den Slums von Kampala und gibt ihnen einen Ort, an dem sie friedlich miteinander leben können.
Die Kinder und Jugendlichen der Akademie sind zwischen 5 und 18 Jahre alt und kommen aus sozial und familiär schwierigen Verhältnissen. Neben der Möglichkeit auf Schulbildung steht das Erlernen ugandischer Traditionen in Form von Musik, Tanz, Trommeln und Schauspiel im Mittelpunkt. Durch das Erlernen dieser Künste von Kindesbeinen an können die Mitglieder der Akademie ihr Potential entdecken und entfalten. Dadurch wird es ihnen
ermöglicht, ihr Leben selbstbestimmt führen zu können und später die ugandische Gesellschaft nach ihren Vorstellungen mitzugestalten.
Die Akademie bietet den Kinder und Jugendlichen ein Zuhause, Hoffnung und eine Zukunft. Das Motto Peace – Love – Dignity (Frieden – Liebe – Würde) ist essenziell für das Zusammenleben bei den Sosolyas und prägt den alltäglichem Umgang miteinander.“

Im „Center“, mitten in den Slums der Zweimillionenstadt Kampala hat alles begonnen. Hier haben zuletzt über 100 Kinder in Dreifachstockbetten (zum Teil zu dritt oder viert in einem) geschlafen. Für uns unvorstellbar einfache Verhältnisse.
Hier haben ihre Lehrer aus ihnen – über das Medium Tanzen – Persönlichkeiten geschaffen.

Seit dem Corona-Ausbruch im März 2020 sind in Uganda die Schulen geschlossen – fast 80 Wochen ohne Schule!!
Daher sind immer mehr Kinder in das Center geströmt (z.T. waren es dann fast 300!). Mark musste dringend eine Lösung finden, damit die Kinder weiterhin betreut werden können. Mit einer guten Portion Fügung hat er nicht weit vor den Toren Kampalas in Kaazi einen Campingplatz gefunden, an dem sich in vor-Corona-Zeiten Pfadfinder getroffen und fortgebildet haben.
Der Platz ist ein Traum für die Kinder – im grünen Regenwald, groß genug für alle Kinder und Lehrer und sogar mit einem Trainings-Schwimmbecken. Dadurch, dass der Kontakt zur Außenwelt streng limitiert und kontrolliert wurde, dass Kinder und Lehrer Tag und Nacht in nur Kaazi waren, durfte das Center weiter betrieben werden. Aber die Verhältnisse, in denen Kinder und Lehrer auch hier leben, sind für uns unglaublich einfach (ein passenderes Wort dafür konnten wir einfach nicht finden;-).

Der Dreh- und Angelpunkt der Sosolya-Pädagogik ist das Tanztraining und die Aufführungen.
Hier entwickeln die Kinder ein Verständnis dafür, was konsequentes Üben, Disziplin und Ausdauer bewirken und welch reiches Kulturgut hinter den Tänzen steckt. Hier wächst ihr Selbstbewusstsein durch das Feedback zu Ihren Auftritten und ein Gefühl der Selbstwirksamkeit, wenn Sie sehen, dass Sie durch die Auftritte Gelder bekommen, mit denen ihre Ausbildung finanziert wird. Nicht zuletzt führen das gemeinsame Training und die Aufführungen zu einem sehr starken Gruppenzusammengehörigkeitsgefühl.

Eine geniale Chance für Aufführungen bietet z.B. auch die „Kinder Kultur Karawane“.
Mark wählt dafür jedes zweite Jahr eine Gruppe besonders begabter und engagierter Sosolyas aus. Unter professioneller choreografischer Leitung (dieses Jahr macht das „Ivan“) wird ein ca. einstündiges Tanztheater einstudiert, das sehr raffiniert Einflüsse aus der Geschichte und Kultur Ugandas mit Nachhaltigkeits-Themen verbindet.

In Deutschland können die Sosolyas dann an Schulen oder zu Veranstaltungen eingeladen werden. Sie führen dort nicht nur ihr Stück auf, sondern stehen anschließend für Gespräche mit den Schülern zur Verfügung oder geben sogar Workshops in den Schulen.
(Für alle Lehrer: Bitte unbedingt Homepage besuchen und überlegen, ob es nicht eine gute Idee wäre mal eine Gruppe einzuladen!)

Der diesjährigen Gruppe – Saulia, Sharon, Jamilla, Flavia, Eric und Ronald – geben wir aktuell Deutschunterricht und tauschen uns mit ihnen über ugandische und deutsche Kultur aus. Die Jugendlichen lernen unglaublich schnell – und das obwohl (oder gerade weil?) sie davor schon zwei Stunden Fitness-Training und drei Stunden Tanztraining hatten.

Hier ein paar Einblicke in ihre Vorbereitungen:

Fazit: Mein persönlicher Eindruck ist, dass die Sosolya-Idee ausgesprochen effektiv und nachhaltig ist.

Effizient, weil der positive Effekt auf die Persönlickeitsentwicklung – der oft aus sehr benachteiligten Verhältnissen kommenden Jugendlichen – wirklich unglaublich stark ist. Ich bin total beeindruckt von den tollen Menschen, die ich hier kennenlernen durfte. (siehe z.B. auch Ausstellung von Edgar)
Nachhaltig, weil die Persönlichkeiten, die Sosolya geformt hat, ihre Dankbarkeit in Form von finanzieller Unterstützung wieder einbringen und die aktuellen Kinder und Jugendlichen unterstützen. Oder sogar als Tanztrainer und Lehrer ihre Kompetenzen wieder in das Projekt einbringen.
So stehen die Zeichen gut, dass das Projekt auch in Zukunft noch für viele Jugendlichen ein Hoffnungszeichen sein wird.

Sosolya-Homepage

Übrigens: Wer das Projekt (Essen und Schulgeld für die Kinder) gerne selber unterstützen möchte, kann direkt hier spenden: betterplace.org oder über die deutsche Homepage: Sosolya Undugu Familie e.V.,

Und zu guter letzt hier noch ein Video-Einblick
Sosolya – was ist das eigentlich?

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2 Gedanken zu „Sosolya – was ist das eigentlich?

  1. Hallo ihr zwei, endlich habe ich es geschafft, euch auf eurer Reise etwas zu begleiten, habe vieles nachgelesen und freue mich mit euch über die vielen Eindrücke und Begegnungen. Gerade das afrikanische Leben, Eure Bilder haben mich so sehr an meine Ghanareise zu Fine erinnert. So viele Ähnlichkeiten, die ich entdecken durfte. Dankeschön. Bald kommt Fine uns zu Weihnachten besuchen. Ich freue mich so. Euch beiden weiterhin so wertvolle und besondere Erlebnisse, alles Liebe Sibylle

  2. Hey, Ihr beiden,
    So beeindruckend, was ihr schreibt und erlebt!!! Danke, dass ich teilhaben darf. Und natürlich würde ich gerne einen Kontakt zu der Gruppe für das ETA herstellen… was muss ich tun?
    Liebe Grüße uns passt auf euch auf!!!
    Johannes

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