Also eines ist gewiss: Afrika und die dazugehörenden „Tugenden“ sind immer wieder eine echte Challenge für einen Europäer. Immer dann, wenn etwas anders läuft als geplant oder Unvorhersehbares geschieht, zuckt man hier nur lässig mit den Schultern und lacht: „THIS IS AFRICA!“

Die größte Herausforderung für uns ist der Umgang mit Zeit. Ja, die Europäer haben die Uhr, aber die Afrikaner die Zeit. Wer das für einen Witz hält, der täuscht sich. Es gibt hier zwei Zeitmessungen – „International Time“ – für uns heißt es „German Time“ und die „Ugandan Time“. Wenn wir uns also für 11 Uhr verabreden, dann kann es durchaus sein, dass wir um 11.30 Uhr eine Nachricht bekommen, dass das Treffen auf 15.00 Uhr verschoben ist oder vielleicht auch ausfällt. WHAT 😳!?
Am Anfang waren wir sehr irritiert und auch ein bisschen verärgert darüber. Inzwischen wissen wir, dass das nichts mit Wertschätzung zu tun hat, sondern das dies einfach üblich ist.

So z.B. heute: wir wollen mit unseren Sosolyas auf Safari gehen. Yippieh! Am Mittwoch soll es losgehen. Bei näherem Nachfragen hieß es: „nach dem Mittagessen“. Als wir dann wieder fragten, kam die neue Zeit: 16.00 Uhr. Ok! Als Mark dann um 17:00 Uhr kam, gab es die Planänderung: „morgen früh um vier!“ DER WAHNSINN! Die Buchung im Hotel ist schiefgelaufen und für heute Nacht haben sie keine Zimmer. Jetzt hoffen wir, dass es morgen früh dann wirklich losgeht 🤷‍♀️.

Der erste Unterricht seit 78 Wochen – per Zoom

Seit 80 Wochen gibt es hier in Uganda keinen Unterricht. Seit 2 Wochen gibt es für die „Senior 1“ (= 8. Klasse) Zoom Unterricht. Das Problem ist aber, dass die Mädels zwar um 9.00 Uhr da sind um dem Unterricht zu folgen, aber der Link für die Sitzung kommt manchmal dann erst um 10.30 Uhr 🙄!

Ein anderes Beispiel ist der Strom. Ich wäre nie auf die Idee gekommen, dass wir im Haus hier irgendwann keinen Strom mehr haben. Tja – ich wurde eines Besseren belehrt. Eines Abends meinte Sawulja: „Wir haben nur noch eine Einheit Strom!“ Ok! Also was tun? Sie zeigten uns den Stromzähler und erzählten, dass man den Strom vorab, quasi pre paid bezahlen muss. Wunderbar, aber wie??
Hier läuft sehr viel über „Mobile Money“, das man sich auf’s Handy lädt und dann so ziemlich alles damit bezahlen kann. Auch Stromrechnungen! Da gab es nur ein kleines Problem! Mit einem deutschen Konto funktioniert das mit dem Mobile Money aber nicht. So gab es einen Hilferuf an Brother Mark, der den Strom über sein mobile Money zahlte. Dafür bekommt man dann einen Code, den man in den Stromzähler eingibt. Gerade in dem Moment, als Flavia den Code eintippte, wurde das ganze Haus dunkel! Was für eine Erfahrung! Wie gut, dass nachdem der Code vollständig im Kasten war, alles wieder funktionierte. 😁

Einkaufen und Kochen ist für uns auch durchaus recht speziell. Wir würden ja planen, was wir die Woche über kochen wollen und dann dementsprechend einkaufen. Da wir in Deutschland sowohl Lagerungsmöglichkeiten, wie auch einen Kühlschrank haben, ist das ja kein Problem. Auch das ist hier total anders.
Wir überlegen vor jeder Mahlzeit, was wir kochen und dann geht jemand einkaufen und kauft genau das. Wenn dann etwas übrig bleibt oder eine Dose Tomatenmark offen ist, dann wird das offen in die Küche gestellt. Es kommt einfach niemand darauf, die Sachen in den Kühlschrank (den wir hier sogar hätten) zu stellen, da es vermutlich in den Familien keinen Kühlschrank gibt.
Auch das Arbeiten auf dem Boden ist hier die Normalität. Kochbananen werden auf dem Boden geschält, Teig wird in einer Schüssel am Boden zubereitet. Am Ende wird die Küche dann gefegt oder gewischt. Auch das Verwenden eines Schneidbretts ist eher unüblich. Da kann ich einfach immer wieder nur staunen 🤔!

Krass ist auch der Transport von Dingen. Dass hier schwere Sachen auf dem Kopf getragen werden, kennen wir ja durchaus von Bildern aus Afrika. Was hier aber die Motorräder transportieren – da können wir uns nur wundern.

Während unserer German-Lessions an uns vorbeigefahren;-)
„TIA“ – This is Africa

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